Wenn dein Baby Symptome zeigt und du spürst: Es geht um mehr als nur den Körper

Ich bin selbst Mama von drei Mädchen.
Und mit jedem einzelnen Kind bin ich gewachsen.
Sowohl als Mutter.
Als auch als Mensch.
Gerade beim ersten Kind war ich - wie viele - unsicher.
Ich hatte Angst, etwas falsch zu machen.
Ich war überfordert vom Gefühl, jetzt „alles richtig“ machen zu müssen.
Ich hatte mich bis dahin kaum mit mir selbst beschäftigt.
Meine eigene Kindheit? Nicht angeschaut.
Meine Verletzungen? Tief vergraben.
Meine Gefühle? Unter Kontrolle.
Wie so viele. Funktional, stark, angepasst.
Erst mit meinen Kindern wurde mir klar, wie viel da in mir noch schlummert.
Wie sehr meine Geschichte in meinem Nervensystem gespeichert war.
Wie sehr mein Körper und meine Reaktionen von damals beeinflusst waren.
Aber eines wusste ich:
Meine Kinder sollen es anders erleben.
Und nein, ich bin nicht besser als andere Mamas.
Ich spürte einfach, dass etwas gefehlt hat.
Etwas Echtes. Nähe. Sicherheit. Raum für Gefühle.
Ich wollte nicht, dass meine Kinder sich allein fühlen,
wenn sie weinen oder wütend sind.
Ich wollte nicht, dass sie lernen, ihre Gefühle wegzusperren,
nur damit „alles ruhig bleibt“ und andere sich nicht gestört fühlen
Und ja, verdammt, ich habe auch Fehler gemacht.
Aber ich habe immer hingesehen.
Ich habe aufgeräumt.
Und genau das ist der Grund, warum ich heute mit so vielen Frauen arbeite,
die genau an diesem Punkt stehen.
Und jetzt kommt eine Frage, die mir viele Mamas stellen:
„Mein Baby zeigt Symptome, aber körperlich ist alles okay. Es kommt einfach nicht zur Ruhe, hat Ausschlag, schriet die ganze Zeit und hat Bauchweh. Ich hab schon so viel probiert. Es hilft nichts. Kein Arzt kann etwas finden.“
Die Antwort ist:
Dein Baby ist nicht „zu klein“, um zu fühlen.
Es ist nicht „zu jung“, um zu reagieren.
Dein Baby ist sensibel. Wahrnehmend.
Es ist verbunden mit dem Ursprung und zugleich zutiefst verbunden mit dem System, in das es geboren wurde.
Ein Baby lebt im emotionalen und mentalen Feld seiner Eltern.
Es spürt den Druck. Die Angst. Die unausgesprochenen Konflikte.
Die Themen, die unter der Oberfläche brodeln, aber nie ausgesprochen werden.
Und nein, du als Mama machst nichts falsch.
Denn: Du kannst nicht alles kontrollieren, was dein Nervensystem aussendet.
Und Babys?
Sie zeigen das, was nicht gespürt oder ausgesprochen wird.
Typische Symptome bei Babys - systemisch betrachtet
Hier ein paar häufige Symptome, die ich in meiner Arbeit immer wieder sehe. Verbunden mit dem, was dahinter liegen kann:
1. Hautausschlag (vor allem im Gesicht, Brust, Bauch, Rücken)
→ Abgrenzung, Überforderung, emotionaler Dauerstress im Feld
Ein Kind, das permanent Hautreizungen zeigt, lebt oft in einem Umfeld, in dem sich jemand „nicht zeigen darf“ oder „überrollt wird“.
Haut = Grenze.
Ausschlag = Alarm.
2. Blähungen, Koliken, Bauchweh
→ Unausgesprochene Angst. Konflikte zwischen den Eltern. Emotionale Enge.
Das Baby übernimmt Spannungen, die im Raum stehen. Es spürt Unsicherheit.
Bauch = Urvertrauen.
3. Unruhe, schlechtes Einschlafen, häufiges Aufwachen
→ Das Nervensystem des Kindes ist im Dauer-Alarmmodus.
Oft, weil das Nervensystem der Eltern es auch ist. Unverarbeitete Geburtserfahrungen, Bindungstrauma oder dauerhafte Reizüberflutung verstärken das.
4. Atembeschwerden, Husten, häufiges Röcheln
→ Unterdrückte Trauer im System. Angst, nicht atmen zu dürfen.
Hier zeigt sich oft ein familiäres Thema mit „Erstickung“, „nicht leben dürfen“, oder einem früheren, ungelebten Verlust.
Was kannst du tun?
Zuerst:
Hör auf, dich schuldig zu fühlen.
Du bist nicht „schuld“, wenn dein Baby Symptome zeigt.
Aber du bist Teil des Systems.
Und du bist die größte Kraftquelle, die dein Kind hat.
Was Babys brauchen, ist eine ehrliche Mutter, keine „perfekte“.
Eine, die fühlt.
Eine, die sich traut, in sich selbst hinzusehen, wenn das Baby etwas zeigt.
Denn wenn du beginnst, deine alten Themen zu lösen,
wird dein Kind wieder freier atmen. Das System löst sich von der unsichtbaren Last.
Was du konkret tun kannst:
- Hinterfrage deine Familiengeschichte. Wo wurde nicht gefühlt? Wo wurde weggeschaut? Was hast du übernommen, ohne es zu merken?
- Achte auf dein eigenes Nervensystem. Dein Kind spürt, ob du „nur funktionierst“ oder wirklich da bist.
- Fühle deine Gefühle. Nicht nur mit deinem Verstand verstehen wollen. Angst, Trauer, Scham. Was verdrängt wird, geht über in deinen Körper. Und in das Feld deines Kindes.
- Stell dich deiner Wahrheit. Wenn die Beziehung toxisch ist. Wenn du überlastet bist. Wenn du innerlich nicht mehr kannst. Du musst das nicht sofort lösen, aber einfac mal damit beginnen, es nicht weiter zu verleugnen.
- Such dir Unterstützung. Du musst da nicht allein durch. Du darfst dir Raum nehmen. Für deine Gefühle. Für deine Geschichte. Für deine Klarheit.
Symptome sind keine Strafe. Sie sind Wegweiser. Auch beim Baby.
Wenn dein Kind etwas zeigt,
dann weil es zu dir spricht.
Es kann sich ja nicht anders mitteilen. Es kann aber fühlen. Meistens noch besser als wir Erwachsene.
Und vielleicht ist es dein Körper - im Körper deines Babys - der endlich gehört werden will.
Wenn du spürst, dein Kind zeigt etwas,
das du in dir selbst nicht halten kannst,
dann lohnt es sich, genauer hinzusehen.
Ich arbeite nicht am Kind.
Sondern mit dir. Systemisch, ehrlich, tief.
Alle Infos zur Einzelbegleitung findest du hier:
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Unsere Kinder zeigen oft das, was wir selbst nie fühlen durften.
Und genau darin liegt die Einladung.
Es geht hier nicht um Schuld. Sondern zur Verantwortung.
Zur Verbindung. Zu uns selbst.
Damit sie freier leben können, als wir es je durften.
Genau das ist das Geschenk.
Herzlichst,
Sandra I Die SinnFühlerei I www.sinnfuehlerei.de
Meine Begleitung ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Ich stelle keine Diagnosen und gebe keine Heilversprechen. Meine Arbeit versteht sich als ergänzende Unterstützung, die die emotionale Ebene von Symptomen sichtbar macht und mit systemischen, kreativen und mentalen Ansätzen begleitet.











